Liebe Clubmitglieder,
liebe Golfsportfreunde,
Stellt Euch vor, Ihr besucht Euren alten Freund Hans Vielspieler und auf seinem neuen Klingelschild ist außer seinem Namen auch sein Handicap eingraviert, und Eure beste Freundin hat sich auf Ihrer neuen Kappe ihr Handicap aufsticken lassen. Was würdet Ihr denken? "Jetzt ist er/sie total durchgeknallt" oder "toll, mach ich auch!" Vielleicht glaubt Ihr gar, dass es so etwas nicht gibt. Oh doch, ich kenne sogar jemanden, der sich sein Handicap auf seine Visitenkarte hat aufdrucken lassen. Warum macht jemand so etwas? Leider liegt da ein Missverständnis vor. Gerade im deutschsprachigen Raum verkommt das Handicap immer mehr zum Prestigeobjekt. Viele meinen, damit angeben zu müssen, je niedriger, je toller ist man und um das zu erreichen, ist manchem fast jedes Mittel recht. Ob man das spielt, ist völlig wurscht. Gerade in der Urlaubszeit befällt viele eine unerklärliche "Zählschwäche". Auf dem Platz, auf dem man im Urlaub spielen will, wird ein niedrigeres Handicap verlangt, als man hat. Also muss es da hin, egal wie.
Wenn Ihr über 100m gegen Usain Bolt antreten müsstet, hättet Ihr keine Chance; es sei denn, Ihr würdet 60m Vorsprung erhalten. Beim Tennis gegen Roger Federer, 0 Chance für Euch, vielleicht dann, wenn Ihr in jedem Spiel 40:0 vor bekämt. Genau dieses macht Golf so einzigartig. Hier habt Ihr eine Chance gegen Martin Kaymer, Tiger Woods und Co. netto zu gewinnen, so Ihr denn Euer Handicap spielen könnt. Einzig und allein um so einen Vergleich zu ermöglichen gibt es das Handicapsystem und zu nichts anderem.
Was nutzt Jemandem das tollste Handicap, wenn er nicht in der Lage ist, so zu spielen und die anderen sich hinter seinem Rücken lustig machen, nach dem Motto: "....das muss er in der Lotterie gewonnen haben!"
In diesem Sinne,
Euer Spielführer
Peter Drasen
Solltet Ihr dazu Fragen oder Anregungen haben, so könnt Ihr mir unter: "drasen(at)golfandmore.net" schreiben.